USA Roadtrip #7: Glacier National Park und Seattle

Nach der wunderschönen Zeit im Yellowstone ging es auch schon weiter in Richtung Norden in den Glacier NP, welcher direkt an der Grenze zu Kanada liegt. Nachdem wir die lange circa 800km lange Strecke vom Yellowstone NP zum Glacier NP hinter uns gebracht haben, fielen wir völlig erschöpft am Abend ins Bett. Unseren nächsten Tag starteten wir mit der Fahrt auf der wunderschönen „Going-to-the-sun“ Straße, die einmal quer durch den Glacier NP führt.

Wir hatten geplant beim Logan Pass eine kurze Wanderung zu machen, da man dort gute Chancen hat Bergziegen und Dickhornschafe zu sehen. Da der Parkplatz allerdings völlig überfüllt war entschieden wir uns dazu erst einmal in das Many Glacier Tal zu gehen, in welchem man gute Chancen hat Bären zu sichten. Dort angelangt machten wir eine kurze Wanderung um einen See. Als wir schon fast wieder zurück am Parkplatz waren wurden wir von einer netten Familie, die nicht weit weg von uns auf der parallel zum Weg laufenden Straße stand, darauf hingewiesen, dass wir wohl besser von dem Wanderweg runter gehen und zu ihnen auf die Straße kommen sollten, da wir gerade schnurstracks auf einen Schwarzbär zulaufen und er es uns gleich tut. Also sind wir möglichst schnell aber ohne zu rennen, da man damit seinen Jagdinstinkt weckt, auf die Straße zu der Familie gelaufen. Von dort konnten wir den Bären auf dem Wanderweg laufen sehen. Er kam dann den Hang in unsere Richtung hoch und wir hatten eine wunderbare Sicht auf ihn. Oben angelangt stellte er sich kurz auf seine Hinterbeine, um sich einen Überblick zu verschaffen und fraß dann fröhlich vor sich hin. Schlecht daran war allerdings, dass der Bär es offensichtlich gewohnt ist, dass er Menschen nahe kommt, da er absolut unbeeindruckt davor war, dass die Menschen nur 10m von ihm weg standen (Vorschrift sind 100m). Dies kann sowohl für Mensch als auch Tier gefährlich werden. Wir entschieden uns dazu recht schnell weiter zu gehen, da wir uns nicht unnötig in Gefahr bringen wollten – das war ein sehr aufregendes Erlebnis.

Am Nachmittag liefen wir dann noch den kurzen Wanderweg am Logan Pass, bei welchem wir zu einem „Hidden Lake“ (Versteckter See) gewandert sind und dabei einigen Bergziegen begegnet sind. Auf dem Rückweg kamen wir dann noch in den Genuss Dickhornschafe an der Straßenseite beobachten zu können.

Mountain Goat – Bergziege

An unserem zweiten Tag haben wir, vor der Einreise nach Kanada, noch eine von einem Ranger geführte Wanderung zum „Iceberg Lake“ gemacht. Wir entschieden uns für die Wanderung mit dem Ranger, da man bei dieser Wanderung mitten durchs Grizzlygebiet läuft und wir uns mit dem Ranger sicherer fühlten. Leider haben wir keinen Grizzlybären gesehen. Auf dem Rückweg vom Iceberg See (Iceberg daher, da in dem See Eisschollen schwimmen) haben wir noch einen männlichen Moose (amerikanischer Elch) mit seinem beeindruckenden Geweih gesehen.

Iceberg Lake
Moose

Als wir nach der 16km langen Wanderung völlig geschafft wieder am Auto ankamen ging es weiter zur kanadischen Grenze und in den Waterton NP. Wie ihr sicher in der Überschrift gemerkt habt, wurde daraus nichts… bei der Grenze angekommen erfuhren wir, dass es nicht erlaubt ist unser Auto in Kanada zu verschrotten, ohne es davor zu importieren. Das Auto importieren zu lassen ging in unserem Fall aber nicht, da das Auto nie wirklich in die USA importiert wurde und somit die notwendigen Papiere für einen Import nach Kanada fehlten. Wir hatten gehofft, ohne Import über die Grenze zu kommen, da unser Leroy ja ein kanadisches Auto ist, daraus wurde leider nichts.

Daher ging es für uns erst einmal wieder zurück in den Glacier NP und wir mussten nach einer Alternative suchen. Da wir für die letzten Tage in diesem Gebiet keinen Mietwagen gefunden haben, war die sinnvollste und billigste Variante ein Flug von Seattle nach Calgary zu nehmen und unseren Leroy in Seattle auf einen Schrottplatz zu bringen. Also ging es am nächsten Tag in Richtung Seattle, da die Unterkünfte/Campingplätze etwas außerhabt von Seattle billiger sind entschieden wir uns etwas außerhalb unsere letzte Nacht im Leroy zu verbringen. Am nächsten Tag hieß es dann unser mittlerweile liebgewonnenes Auto los zu bekommen. Er landete schließlich auf einem der vielen Schrottplätzen, leider sprang für uns dabei kein Geld mehr raus.

Am darauffolgenden Tag ging es dann am Morgen mit dem Flugzeug weiter nach Calgary, dieses mal ging bei der Einreise auch alles gut.

Wildblumenwiese auf der Wanderung zum Iceberg Lake

5 Kommentare

  1. Dieser letzte Roadtrip mit Leroy war ja mehr als erlebnisreich!

    Seid ihr die 800 km zwischen Yellowstone und Glacier NP etwa auch durchgefahren? Ja, der Glacier NP ist ebenfalls besonders schön und da ist es natürlich am naheliegendsten, diese Natur ausgiebig durch Wandern zu genießen. Eine plötzlich unerwartet nahe Begegnung mit einem Bär beim Wandern lässt einen bestimmt erschrecken. Gut, dass das so gelaufen ist. Wahrscheinlich habt ihr wegen des Schrecks nicht an Fotografieren gedacht.

    Schön wie die Seen teilweise versteckt liegen. „Bergziegen“ sind normalerweise sehr scheue Tiere. Hatte mal eine ganz nahe Auge in Auge Begegnung für 5 Sekunden am ganz frühen Morgen bei Sonnenaufgang am Mount Rushmore erlebt. Hab mich damals nicht bewegt und die Ziege auch nicht – wir schauten uns für einen Moment wie versteinert in die Augen. Sie stand etwas erhöht auf einer Mauer. Deshalb etwa gleiche Augenhöhe. Bin ohnehin ein Ziegen-Fan, und seit dem auch ein Bergziegen-Fan. Die sehen einfach so typisch aus.

    Also wenn es da im Sommer noch Eisschollen im See gibt, dann war es bestimmt auch ziemlich kalt, oder? Komisch, das habe ich gar nicht mehr so extrem kühl in Erinnerung. Herrlich auch dieses Bild mit der artenreichen Wildblumen-Wiese – sowas gefällt mir auch immer besonders.

    Bei der Sache mit Leroy kann ich nur sagen, da sieht man mal wieder wie extrem engstirnig offizielle Stellen handeln und es manchmal auch sehr davon abhängt, an wen man gerät. Gerade jetzt in seinem Zustand (Fensterscheibe – und wahrscheinlich sah er doch angegriffener aus, als auf den Fotos erkennbar) hätte man euch abnehmen können, dass ihr keine großen Geschäfte vorhabt und es quasi nur noch ums Abgeben in Calgary ging. Es ging nur noch um wenige Kilometer, d.h. um die letzten Kilometer eurer langen Reise – und dann so ein kleinkariertes Theater. Die Fahrt nach Seattle war bestimmt auch nicht ohne. Seid ihr da über Spokane und Portland gefahren (so fuhren wir mal)? Oder wahrscheinlich Spokane und nördlich geblieben auf direkterem Weg nach Seattle? Egal wie, beide Strecken ziehen sich – und es wäre so unnötig gewesen und dann noch die zusätzlichen Flugkosten. Hattet ihr dann noch Gelegenheit euch Seattle etwas anzuschauen (Spaceneedle)? Könnte mir vorstellen, dass nach diesen Abläufen etwas die Lust vergeht.

    Jetzt seid ihr ja zu fünft und könnt gemeinsam beratschlagen und Neues erkunden. Hoffentlich kommt die Erholung nicht zu kurz! Ich wünsche euch zusammen viele interessante Erlebnisse und eine schöne Zeit,

    Sibylle

    1. Jaa wir sind die Strecke durchgefahren, wollten keinen Tag mehr verlieren.

      Genau, an dem See oben war es ziemlich kühl.

      Ja wir hatten auch gehofft, dass die Grenzbeamten ein wenig „Menschlichkeit“ und Mitgefühl zeigen, aber da war nichts zu machen.

      Wir sind, wie du vermutet hast, über Spokane und danach nördlich geblieben und direkt nach Seattle. Dort hätten wir schon noch Zeit gehabt nachmittags etwas anzuschauen, hatten nach dem ganzen „Zirkus“ aber einfach keine Lust mehr und sind in unserer Unterkunft geblieben.

  2. Wieder mal ein spannender Bericht. Das mit dem Bären ist echt ein Nervenkitzel den ihr da erlebt habt. Ich mag mir gar nicht vorstellen wenn ihr direkt vor ihm gstanden wärt. Es muss echt eine grandiose Landschaft sein, die ihr da erleben könnt. Sehe ich bei der Bergziege richtig hat die ein Halsband um? Der arme Leroy es hat euch sicher leid getan ihn abzugeben. Kann mir vorstellen er ist euch bestimmt ein bisschen ans Herz gewachsen gewesen. Bin gespannt auf eure Abenteuer in Cananda. Toll eure Bilder aber passt auf Tiere können manchmal unberechenbar sein! GLG Ute

    1. Sieht tatsächlich aus wie ein Halsband, weil normalerweise hat diese Mountain Goat, wohl auch Bergziege genannt, aber eher als „Schneeziege“ bekannt, ein durchgängig weißes Fell und kann sehr groß werden. Und meines Wissens sind das wilde scheue Tiere. Diese wirkt über die Nähe so zutraulich. Vielleicht wurde sie aber auch mit Zoom aufgenommen.

      1. Jaa die Ziege hat ein Halsband um, derzeit versuchen Forscher im Glacier NP die Ziegen besser zu erforschen. Ich vermute am Halsband ist ein GPS-Tracker oder sowas.

        Das Foto ist nicht mit viel Zoom aufgenommen, die Ziege stand vielleicht 5 Meter von uns entfernt

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