USA Roadtrip #6: Grand Teton und Yellowstone National Park

Auf dem Weg zum Yellowstone NP legten wir noch einen Zwischenstopp in Salt Lake City ein. Dort schauten wir uns das State Capitol und den Temple Square an. Auf dem Weg zu unserem etwas abgelegeneren Campingplatz auf Antelope Island ist uns beim Auffahren auf den Highway die Seitenscheibe an der Fahrerseite komplett zersprungen. Wir vermuten, dass die Ursache dafür ein Stein war, der von einem Lastwagen neben uns, gegen die Scheibe geschleudert wurde. Nachdem wir den Schock überwunden hatten und wir die Scherben im Auto zusammen gesammelt hatten, ging die Fahrt weiter zum Campingplatz. Dort suchten wir nach einer Lösung, um das Auto wieder sicher und regendicht zu verschließen, da ein Scheibenwechsel sehr teuer geworden wäre, entschieden wir uns dagegen, da es sich für die letzte Woche, bevor wir das Auto verkaufen, nicht mehr gelohnt hätte noch Geld in das Auto zu stecken. Wir ließen unserer Kreativität freien lauf und verschlossen das Fenster wie folgt:

Eine Frostschutzfolie, zwei Bretter, die den Aufschließer verdecken und eine Schneekette, die dafür sorgt, das man das Lenkrad nicht mehr bewegen kann

Am nächsten Tag ging es dann im Regenwetter mit offenem Fenster und wie immer mit Heizung an weiter zum Grand Teton NP, welcher kurz vor dem Yellowstone NP liegt. Dort liefen wir einen wunderschönen Wanderweg, bei welchem wir die Natur genossen und unser erstes weibliches Moose (Amerikanischer Elch) zu Gesicht bekamen.

Am darauf folgenden Tag hatten wir gleich nochmal das große Glück und konnten ein weibliches Moose mit ihren zwei Jungtieren sehen.

Nach diesem kurzen Aufenthalt ging es auch schon weiter in den Yellowstone NP. Da wir diesen intensiver Erleben wollten und es dort ja bekanntlich viele verschiedene Tierarten gibt, welche wir unbedingt alle sehen wollten, entschlossen wir uns dort drei volle Tage zu bleiben. An unserem ersten Tag schauten wir uns allerdings erstmal die vielen Geysire vom Yellowstone NP an. Mehr als die Hälfte aller Geysire der Welt, befinden sich im Yellowstone NP. Nachdem wir am berühmtesten Geysir vom Yellowstone NP, dem Old Faithful, gerade ankamen, als er ausgebrochen war, entschlossen wir uns, diesen am nächsten Tag anzusehen, da wir keine 2 ½ Stunden bis zum nächsten Ausbruch warten wollten.

Old Faithful

An unseren zweiten Tag im Yellowstone NP war es endlich soweit… als wir mit dem Auto auf dem Weg zum Mount Washburn waren, konnten wir unseren ersten Schwarzbären vom Straßenrand aus beobachten. Leider war dieser sehr tief im Wald versteckt, sodass es schwierig war ihn zu fotografieren. Vier Stunden später, als wir von der Wanderung auf den Mount Washburn zurückkamen, lag der Schwarzbär immer noch an der selben Stelle – So ein faules Wesen 🙂 .

Ebenfalls begegneten wir einem Bison, welches mitten auf der Straße lief und mit nur einem Meter Abstand zu uns an uns vorbei ging und einen sehr langen Stau auf der Gegenspur verursachte. Zur Krönung des Tages, huschte auf dem Weg zu unserem Campingplatz noch ein Coyote vor uns über die Straße.

Im Yellowstone erkundeten wir ebenfalls das Hayden Valley, in welchen wir eine Wolfsfamilie (2 Ausgewachsene und 3 Jungtiere) durch ein Teleskop von einem nettem Mann beobachten durften – was ein beeindruckendes und süßes Erlebnis. Auch das Lamar Valley ließen wir uns nicht entgehen, in welchem wir feststellten, dass die Bisons auf der Straße gar nicht so selten sind. Im Lamar Valley wimmelte es nur so von Bison Herden, die regelmäßig die Straße überquerten.

Zu guter Letzt besichtigten wir noch die Mammoth Hot Springs. Auf dem Weg dorthin, entdeckten wir in weiter Entfernung wieder einen Schwarzbären, der über eine Wiese lief.

Die Mammoth Hot Springs sind heiße Quellen, bei denen das Wasser über sogenannte Terrassen hinunter fließt. Die Terrassen sind durch Kalkablagerungen über die Jahrmillionen entstanden. Durch verschiedene Algen und Bakterien, färbt sich das Wasser auf jeder Terrasse unterschiedlich.

Der Yellowstone NP ist so groß, dass wir mit dem Auto dort alleine schon über 600 Kilometer zurückgelegt haben. Durch seine Größe bietet der Park natürlich eine immense Vielfalt an Sehenswürdigkeiten. Das was wir in den drei Tagen dort gesehen haben, hat uns richtig gut gefallen. Bis auf den Grizzlybären, haben wir auch alle Tiere der sogenannten „Yellowstone Big Five“ gesehen, nämlich Wapiti, Elch, Wolf und Bison. Somit gehört der Yellowstone National Park zu einem unserer Lieblingsorte in den USA.

6 Kommentare

  1. Das kann man wirklich erfinderisch nennen mit der Scheibe von Leroy. Ihr zwei seid wirklich creativ??War die Scheibe kaputt als euch die vielen Bisons und anderen Tiere begegneten?Ich hätte da ziemlich bammel gehabt wenn sie so zusagen am offenen Fenster vorbei wären. ? Toller Bericht und wieder sehr lebendig und super beschrieben! LG Ute ??

  2. Oje, das mit der zersprungenen Fensterscheibe ist ja ein Riesenpech. Es geht ja nicht nur um das Verschließen und Sichern bei Abwesenheit, sondern beim Fahren um den Schutz vor Regen und Fahrtwind. Weil durch diese Frostschutzfolie kann man ja nicht schauen. Ihr habt bzw. hattet ja noch so viele Meilen vor euch. Naja, dieses Vorkommnis macht dann den Abschied leichter bzw. bestätigt die Art des vorgesehenen Verkaufs und ändert nicht viel am Verkaufspreis. Mir ist mal passiert, dass sich die Scheibe der Beifahrertür nicht mehr hochfahren ließ und ich musste noch mehr ca. 150 km auf der Autobahn fahren. Hätte nie gedacht, wie unangenehm das sein kann. Also ich bin kein Fan von (schnellem) Cabriofahren bzw. kann es mir nicht als angenehm vorstellen.

    Schön, dass ihr Elche gesehen habt (damit kann man nämlich nicht immer rechnen). Die sind doch irgendwie faszinierend. Und besonders nett die Mutter mit ihren zwei Kleinen (schönes Bild!). Die habt ihr sicher länger beobachtet. Schon allein das Wort „Moose“ find ich nett. Auf der Suche nach Elchen war für mich die Bezeichnung „Elk“ z.B. bei „Elk Refuge“ mal ganz am Anfang mit einem großen Aha-Erlebnis verbunden.

    Ja, es ist ein Erlebnis, wenn Bisonherden die Straße queren und die großen Tiere ganz dicht am Auto vorbeigehen. Ich hatte da mal ein ganz extremes Erlebnis im Hayden Valley: Mein Mietwagen war damals ein „neuer“ roter Mazda MX-3 – war damals echt positiv überrascht als ich den für einen reservierten compact car erhielt, das machte zusätzlich Spaß! Aber dann geriet ich mit diesem roten Renner im Yellowstone mitten in eine große Bisonherde und ausgerechnet die größten Bisons zeigten dann komischer Weise ganz besonderes Interesse. Sie drückten ihre Nase sogar gegen die Karosserie und Fensterscheiben. Die guckten richtig rein! Ich fühlte mich damals zuerst etwas hilflos der Situation ausgesetzt, konnte ja überhaupt nichts tun und praktisch nur hoffen, dass sie das Auto nicht auf die Hörner nehmen. Das war ein einmaliges Erlebnis, das ich dann aber zunehmend genoss je länger es dauerte (dachte, das Auto ist ja versichert und ich kann jetzt ohnehin nichts anderes tun als zu beobachten). Es hat was ganz Besonderes, diesen Tieren soo nah zu sein und direkt in ihre Augen zu schauen. Vielleicht war es das schöne Rot, was sie an dem Auto damals so anzog. Ich war ca. ein Jahr später wieder im Yellowstone. Und da sah man Bisons nur von Weitem. Da wurde mir klar, dass dieses Erlebnis bzw. jetzt auch eure Erlebnisse nicht unbedingt die Regel sind.

    1. Jaa wir mussten mit offener Fensterscheibe noch ganze 2000km fahren, es war vor allem bei Regen sehr unangenehm.

      Ja die Mutter mit ihren Kindern haben wir wahrhaft lange beobachtet und das Wort „Moose“ gefällt uns auch sehr gut!

      Ein Glück drückten die Bisons ihre Nase gegen deine Scheibe und nicht durch unser offenes Fenster 🙂 da hätten wir uns genauso gefühlt, wie du dich. Das muss ja ein Abenteuer gewesen sein!

  3. Wir sind halt immer die letzten die eure schönen Berichte lesen. Aber trotzdem – herrliche Bilder, ganz schön aufregend und faszinierend zugleich.
    Grüße
    Anneliese u. Manne

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