USA Roadtrip #2: San Francisco und der Yosemite Nationalpark

San Francisco erkundeten wir die ersten Tage mit dem Auto, weshalb wir uns die etwas abgelegeneren und mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlechter zu erreichenden Sehenswürdigkeiten vornahmen. Wir besuchten den Golden Gate Park, welcher der größte Stadtpark in den USA ist und uns sehr gut gefallen hat, ebenfalls besuchten wir den Stadtpark Lands End, welcher direkt an der Küste liegt und eine wunderschöne Sicht auf die in unserem Fall zum Glück nebelfreie Golden Gate Bridge bietete.

Da uns in Los Angeles die Aussicht vom Griffith Observatory so gut gefallen hat, wollten wir in San Francisco unbedingt auf Twin Peaks hoch. Von dort kann man bei guter Sicht über die ganz Stadt blicken. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück mit dem Wetter und konnten nichts außer den Nebel sehen. Trotzdem hatten wir unseren Spaß, da der Wind dort oben so stark war, das man sich gegen ihn lehnen konnte, ohne dabei umzufallen.

Cable Car

An den anderen Tagen parkten wir unser Auto etwas außerhalb an einer Bahnstation und erkundeten von dort aus die für San Francisco klassischen Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt. Darunter waren: das Pier 39 mit seinen vielen Essenständen und Souvenirshops, die Fishermanswharf, wo wir eine von den vielen kostenlosen geführten Walkingtouren der Public Library machten, die Chinatown, die Painted Ladies (die für San Francisco so typischen bunten Häuser) und fuhren natürlich auch mit der Cable Car. Sehr gut gefallen hat uns die Stadtbahnlinie „F“, für die sich die Stadt was ganz besonderes ausgedacht hat. San Francisco kauft seit längerem alte, historische Bahnen aus verschiedenen Städten, unter anderem aus Mailand, Philadelphia, Chicago, Detroit und Birmingham und lässt diese anstelle von modernen Stadtbahnen fahren.

Die „Painted Ladies“

Natürlich sind wir auch ein Stück auf der Golden Gate Bridge entlang gelaufen und auf dem Weg zu unserem Parkplatz in Sausalito sogar zweimal über sie gefahren, was trotz der vielen Touristen und des vielen Verkehrs ein tolles Erlebnis war. Ebenfalls bereitete es uns große Freude gleich zweimal in den für seine Schokolade berühmten Ghiradelli-Store zu laufen, um dort jeweils zwei kleine Tafeln Schokolade kostenlos abzustauben– sowas müssen Schwaben einfach ausnutzen 🙂 .

Nach den fünf wunderschönen Tagen in San Francisco ging es für uns weiter zum Yosemite Nationalpark. Auf dem Weg dorthin, machten wir noch einen kurzen Abstecher zum Lake Tahoe, dieser ist einer der höchsten Seen der USA und den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auf der Fahrt zum Lake Tahoe und auch zum Yosemite Nationalpark kamen wir an vielen schönen Aussichtspunkten vorbei und konnten von dort die schöne Landschaft genießen.

Unser schöner Campervan Leroy befindet sich im Prinzip in einem guten und fahrtüchtigen Zustand, nur das Motor-Kühlsystem hat einen Defekt, wodurch das Auto bei starker Beanspruchung schnell überhitzt. Wie bereits erwähnt liegt der Lake Tahoe sehr hoch und wir mussten also einige Höhenmeter auf dem Highway zurücklegen, was unserem Leroy so gar nicht gefiel. Deswegen mussten wir immer wieder kurz anhalten und den Motor kühlen lassen. Mit der Zeit haben wir herausgefunden, dass der Motor kühler bleibt, wenn man mit voll aufgedrehter Heizung und langsamer Geschwindigkeit die Berge hinaufkriecht – nicht immer ganz zur Freude unseres Hintermanns. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie unglaublich heiß es in unserem Auto geworden ist, immerhin vielen dadurch die Sauna Kosten weg 🙂 .

„Mirror Lake“ im Yosemite Nationalpark

Im Yosemite Nationalpark hatten wir gerade noch Glück und haben einen der letzten freien Campingplätzen erwischt. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass wir uns in dieser Hinsicht mehr Flexibilität durch das Auto erhofft hatten. Aber die abartigen Touristenmassen hier im Westen der USA machten uns einen Strich durch die Rechnung. Sich spontan am Nachmittag einen Campingplatz zu suchen ist an fast allen Nationalparks aufgrund der hohen Nachfrage im Hochsommer absolut ausgeschlossen und so mussten wir schon in den Tagen in San Francisco sämtliche Campingplätze reservieren. Oftmals mussten wir stundenlang suchen, bis wir einen noch freien Campingplatz möglichst in der Nähe unseres Ziels gefunden hatten. Auf einigen Campingplätzen ist schon Monate voraus alles ausgebucht. Wir waren dadurch also gezwungen fast unsere komplette Route vorzuplanen, was wir so eigentlich nicht wollten.

Da wir bereits am Mittag im Yosemite Nationalpark ankamen, hatten wir geplant am Nachmittag noch eine Wanderung im Yosemite-Valley zu machen. Dort angelangt stellten wir leider fest, dass das Valley so von Touristen überlaufen ist, dass man am Nachmittag keinen Parkplatz mehr bekommt. Somit kehrten wir mehr enttäuscht als beeindruckt zu unserem Campingplatz zurück und nahmen uns für den darauf folgenden Tag vor, uns schon ganz früh am Morgen auf den Weg ins Tal zu machen, um uns dort einen Parkplatz zu sichern. Wir liefen einige verschiedene Wanderwege und bekamen einen vielseitigen Eindruck von der Schönheit des Yosemite Nationalparks. Nach dem anstrengenden Tag waren wir beide ganz schön platt und waren froh als der letzte Wanderweg geschafft war. Und was gibt es schöneres als nach dem ohnehin schon schweißtreibenden Tag auf dem Rückweg zum Campingplatz in einem beheizten Auto zu sitzen.

Blick auf den „Half Dome“
Täglich grüßt das Murmeltier 🙂

6 Kommentare

  1. Wieder ein sehr interessanter und eindrucksvoller Bericht!

    Gut, dass ihr euch allein für San Francisco 5 Tage Zeit genommen habt. Die Stadt allein ist so einmalig interessant. Aber auch die nähere Umgebung mit z.B. Oakland, Palo Alto mit der nahen berühmten Stanford University – da herrschen besondere Atmosphären – und Richtung Osten so nah die tollen Weinanbaugebiete mit berühmten Weinkellereien und guten Restaurants. Eigentlich könnte man dort Wochen verbringen.

    Ja, der Yosemite NP ist auch ganz speziell. Es beeindruckt ja nicht nur dieser Half Dome, sondern auch der El Capitan – der wegen seiner Steilwand besonders die Base-Jumper anzieht. Jetzt im Juni 2017 wurde diese extreme Steilwand (ca. 1000 m hoch) erstmals sogar free-solo bezwungen, d.h. von einem Menschen ganz allein, ohne Seilsicherung, ohne techn. Geräte – also nur mit den eigenen bloßen Händen und Füßen.

    Euer Kühlungsproblem macht mir direkt Ängste !!! Habt ihr da gute Überwachungsinstrumente? Wichtig ist ja, dass die Motoröltemperatur dann nicht zu hoch geht (Stichwort Zylinderkopfdichtung). Ja, genau, Heizung voll auf und Ventilatoren auf höchste Stufe. Da muss man auch schauen, ob alle Ventilatoren im Motorraum tun (meiner hat z.B. 2). Und natürlich müssen Wasser- und Ölbefüllungen engmaschig kontrolliert werden. Ich kenne die Ängste, die man da aussteht – hab schon mehrere derartige Erlebnisse hinter mir mit meinem ansonsten super VR-Motor. Also wenn ihr noch durchs Death Valley wollt – das wird dann zur Teststrecke!

    Alles Gute für euch beide,
    Sibylle

    1. Das Öl haben wir zu Beginn extra noch wechseln lassen. Ölstand und Kühlwasser kontrollieren wir regelmäßig. Unser Auto hat auch zwei Ventilatoren im Motorraum, beiden liefen zu Beginn nicht. Ich habe dann neulich den Stecker mit dem die Ventilatoren an der Batterie hängen gezogen und wieder zusammen gesteckt. Siehe da, plötzlich laufen die Ventilatoren wieder. Seit dem kühlt das Auto besser, wird gelegentlich aber trotzdem noch heiß. Naja wir hoffen, dass es uns bis Canada bringt!

  2. Ihr habt wieder so mitreißend geschrieben, dass ich lächelnd euren Bericht gelesen habe. ? Ich erinnerte mich an meine erste Wanderung in den Bergen in meiner Vorstellungen hatte ich immer gedacht beim Wandern wäre man alleine nur mit der ?, aber nein so war es auch dort nicht es wimmelte nur so von Wanderern. Und auch die Parkplätze im Tal sind meist besetzt? Das ist ja eine klasse Idee mit den Stadtbahnlinien, das Cable Car sieht richtig toll aus. Ihr habt wieder einmalige Fotos geschossen einfach klasse. Auch die  Golden Gate Bridge habt ihr genial erwischt!! Ich sehe schon euer Leroy ist ein bisschen ein Abenteuer hoffentlich hält er durch und ihr auch! Ihr werdet sehen am Ende werdet ihr seine Sauna vermissen. Für Schokolade ? wäre ich auch dreimal hin, da kann ich Euch gut verstehen ? Freue mich schon auf euer nächstes Ziel! LG Ute ?

    1. Jaa ich dachte auch immer beim Wandern wäre man alleine in der Natur. Spätestens hier in den Nationalparks der USA, wird man da aber eines besseren belehrt! Ja womöglich werden wir die Saune wirklich vermissen 😀

  3. Sagt bloss ihr habt kein Eis bei Ghiradelli gegessen? Ich sag nur Erdbeer und Schoko! Ein Gedicht.

    Die Linie F war auch unsere Lieblingsbahn.

    Grandiose Bilder. Vor allem die Brücke habt ihr toll getroffen!

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