Über den Dächern von Trinidad

Auch in Trinidad erwartete uns wieder eine bezaubernde Unterkunft mit einer sehr freundlichen Besitzerin. Das Haus hat eine wunderschöne Terrasse oben auf dem Dach, auf der man eine tolle Aussicht über ganz Trinidad und die Landschaft drumherum hat. Wie eigentlich an jedem neuen Zielort, begann der folgende Morgen mit der Suche nach einem Supermarkt und dem Viazul-Terminal, um Wasser zu kaufen und das nächste Busticket nach Camagüey zu reservieren. Danach loggten wir uns in das öffentliche WLAN ein, um über AirBnB die nächste Unterkunft zu buchen. Bislang klappt dieses Vorgehen wunderbar, insofern die öffentlichen WLAN-Hotspots uns keinen Strich durch die Rechnung zu machen, da diese oft Verbindungsabbrüche haben, meist sehr langsam sind oder man sich gar nicht mit ihnen verbinden kann.

Trinidad erlebten wir mit zwei verschiedenen Eindrücken, einerseits gibt es schön gestaltete Plätze, gut gepflegte Straßen und Häuser und natürlich viele Touristen. Umso weiter man sich jedoch vom Stadtkern entfernt, desto heruntergekommener und dreckiger wird das Stadtbild, wodurch uns der doch sehr arme Zustand der Bevölkerung bewusst wurde.

Am zweiten Tag in Trinidad entschieden wir uns, sparsam wie Schwaben eben sind, eine Wanderung zum 12 Kilometer entfernten Strand Playa Ancón zu machen. Da Wandern im Allgemeinen auf Kuba kaum verbreitet ist, gibt es leider auch so gut wie keine Wanderwege, so dass wir an der Straße entlang laufen mussten. Das letzte Stück zum Strand wurden wir von einem netten deutschem Pärchen im Auto mitgenommen. Darüber waren wir sehr froh, da uns die Wanderung auf der recht öden Straße in praller Hitze doch sehr zusetzte.

Auf dem Rückweg entschlossen wir uns eine Abkürzung auf einem schmalen Weg durch die Wildnis zu nehmen.

Achtung: folgender Absatz kann Spuren von Humor enthalten!

Für ein paar Meter schien der Weg ein normaler Wanderweg zu sein, bis wir plötzlich vor einem verschlossenen Zauntor standen – Mist! Doch davon ließen wir uns nicht aufhalten, öffneten das Tor und gingen hindurch. Wenige Meter später hörten wir seltsame Tiergeräusche, die wir Kühen oder ähnlichen Tieren zuordneten. Als wir dann einige Rinder erblickten, entbrach ein mitreißender Streit zwischen den sich nach dem kürzeren Weg sehnenden Füßen und dem mulmig fühlenden Bauch, der lieber umkehren wollte. Wenn sich zwei Streiten freut sich der Dritte dachte sich der Kopf, mischte sich in die Diskussion mit ein und schloss sich der Meinung des Bauches an. Also kehrten wir um. Als wir auf dem Rückweg plötzlich ein weiters Rind im Gebüsch vor uns entdeckten, bewahrten die Ruhe, liefen ganz entspannt daran vorbei und kamen wohl besonnen wieder aus dem Rinder-Revier heraus. Wir setzen unsere Wanderung auf der ursprünglichen Route fort und kamen völlig erschöpft in unserem Casa an. Das köstliche Essen am Abend in einem kleinen, italienischen Restaurant hatten wir uns somit redlich verdient.

4 Kommentare

  1. Aber Hallo, da hätte jeder wohl zügig das Weite gesucht! Habt ihr sehr nett geschrieben, macht weiter so, ich freue mich schon heute auf euren nächsten Beitrag.
    LG Heike

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